PFLANZENFARBEN

Für wen sind Pflanzenfarben geeignet?
Pflanzenfarben sind für alle diejenigen geeignet die auf chem. Haarfarben verzichten möchten oder Allergien bzw. Unverträglichkeiten gegen chem. Haarfarben haben.

 

Eigenschaften und Vorteile von Pflanzenfarben:  

  • brilliante Haarfarben
  • mehr Glanz
  • optimale Pflege
  • bessere Haltbarkeit
  • gesund für Haut und Haar
  • 100% Grauabdeckung 
  • optische Aufhellung möglich
  • dünne Haare bekommen mehr Volumen
  • Kopfhautprobleme werden gemildert

Pflanzenfarben verbessern mit jeder Behandlung die Struktur
und intensivieren den natürlichen Glanz Ihrer Haare!

 

HENNA (PFLANZENFARBE)

            

 

1.) Geschichte

Henna wurde schon ca. 3000 Jahre v. Chr. in Ägypten zum Zaubern, Heilen und Verführen verwendet. Damals färbte man buchstäblich Haut und Haar. Die Menschen, besonders die Frauen, sahen in Henna ein vielseitiges Kosmetikum und pflegten und färbten Haare, Nägel und andere Körperteile.

Die Mayas auf dem amerikanischen Kontinent genauso wie die Perser auf dem eurasischen Kontinent, versuchten damit ihre ergrauten Bärte zu verjüngen, besonders bei den Persern war der rote Bart lange Zeit ein Zeichen der Männlichkeit. Man verwendete Henna jedoch nicht nur zum Färben der Haare, sondern auch um Zeichnungen (Mendi genannt - oftmals mit magischer Bedeutung) auf Hand - und Fußrücken anzubringen. Handflächen und Fußsohlen wurden mit Hennapulver eingerieben, um das Schwitzen zu bekämpfen. Sogar Pferde wurden mit Henna vom Schimmel zum Rotfuchs verwandelt, um sie damit, laut Aberglaube, unverwundbar zu machen.

2.) Steckbrief Hennastrauch (Lawsonia Inermis)
Henna ist das Pulver der getrockneten Blätter des Zypernstrauches und gehört zur Gruppe der Weidrichsgewächse (lat. Folia Hexirne). Der Hennastrauch ist schädlingsresistent.
Auf Türkisch wird der Strauch auch Kina genannt.

 

3.) Herkunft

Der Hennastrauch ist nördlich vom Äquator, von Algerien bis China, als wildwachsendes Gewächs verbreitet. Der Hennastrauch wächst nur in warmen Zonen und sollte einen trockenen bis leicht feuchten Boden haben. Es wird in bedeutenden Mengen in Nordafrika und im Orient kultiviert. Die wichtigsten Lieferanten für Europa sind Indien, Pakistan und Marokko.

 

4.) Aussehen

Der Strauch ist 1,5m bis 2m hoch und hat 2cm kleine, kurzstängelige, keilförmige, stachelspitzige Blätter. Merkmale in der Blütezeit: kleine, gelbe Blüten. Merkmale in der Reifezeit: kapselartige, rotbraune Schalen. Gut duftender Strauch.

 

5.) Erntezeit

Bei der ersten Ernte im Frühjahr, enthalten die Blätter noch keine Farbpigmente, aber bei der Herbsternte enthalten sie bereits ca. 3% unentwickelten Farbstoff.

Hauptblütezeit ist Oktober bis November.

 

6.) Verarbeitung

Die Blätter werden mit Stängel maschinell oder manuell gepflückt, dann getrocknet und anschließend zu Pulver vermahlen.

 

7.) Verwendung

Im Frühjahr geerntete Blätter werden zur Haarpflege, Glanzaktivierung und Haarstärkung, sowie gegen fette Kopfhaut, weil sekretionshemmend, verwendet.

Im Herbst geerntete Blätter werden zur Farbauffrischung im Rotbereich eingesetzt.

 

VORTEILE VON PFLANZENFARBEN GEGENÜBER OXYDATIONSFARBEN

  • keine Gesundheitsschäden der inneren Organe
  • die Allergiegefahr ist gering
  • kein Brennen während der Einwirkzeit
  • kein stechender Geruch
  • natürlich aussehende Farben
  • bessere Kämmbarkeit des Haares
  • kräftigere Haare, besonders bei regelmäßiger Anwendung
  • gesundes, glänzendes Haar
  • adstringierend bei fetter Kopfhaut
  • natürliche Strähnen durch die eigenen helleren/grauen Haare
  • Rottöne haben eine bessere Haltbarkeit

Hier einige Anwendungsbeispiele:

 

vorher
nachher










 

EINSCHRÄNKUNGEN DER PFLANZE GEGENÜBER
DER CHEMIE

  • Aufhellung nur optisch möglich
  • bei dunklen Tönen auf weißem Haar, keine 100%ige Deckkraft mit einer
    1. Phasenfärbung möglich aber mit einer 2. Phasenfärbung 95% Deckkraft
  • kein Violettstich möglich
  • höherer Zeitaufwand

WIRKUNGSWEISE DER PFLANZENFARBEN

Der in den Stängeln und Blättern des Hennastrauches vorhandene orangerote, unentwickelte Farbstoff (lat. lawsonia), entwickelt sich durch Gärung in einen feuchtheißen Brei. Der Farbstoff lagert sich dann zwischen den Schuppenschichten und dem Haarschaft an und geht phasenweise mit der Keratinschicht der Haare eine Verbindung ein. Henna, aber auch Walnussschalen haben die Eigenschaft, Pigmente von anderen Pflanzen an die Eigenen binden zu können. Das heißt:  

Ohne diese Wirkstoffe könnte man keine anderen Pflanzenfarben erfolgreich einsetzen, denn deren Pigmente würden gleich nach dem Abspülen und Waschen verloren gehen.

Gerbstoffe wirken auf Haut und Haar adstringierend (zusammenziehend). Durch den hohen Gerbstoffanteil (Gerbsäure) der Hennapflanze (einen PH-Wert von ca. 4,8) wird die Schuppenschicht geschlossen und dadurch eine ausgezeichnete Glanzwirkung, sowie eine bessere Kämmbarkeit erreicht.

Harze lagern sich nicht nur zwischen den Schuppenschichten der Haare ab, sondern umhüllen auch den Haarschaft. Das Haar wird durch das Harz geglättet und gleichzeitig mit Aufbaustoffen und Feuchtigkeit versorgt. Zucker (Stärke) hat ähnliche Wirkweisen wie Harz. 

WIRKSTOFFE DER HENNA

Die vier Wirkstoffe sind

  • unentwickelter Farbstoff
  • Gerbstoffe
  • Harze
  • Zucker (Stärke)

CHEMIE oder PFLANZENFARBE

Chemie - mattes Haar
Durch aufgeraute Struktur – Absorbierung der Lichtstrahlen
Chemische Farben öffnen die Schuppenschicht und lagern sich in der Faserschicht an. Die Schuppenschicht wird nicht mehr vollständig geschlossen - raue Struktur.

Pflanzenfarbe - glänzendes Haar
Durch glatte Struktur – Reflektieren der Lichtstrahlen
Henna lagert sich an der Schuppenschicht an und glättet die Struktur.